Was Profis tun – und was wir daraus lernen können
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Eliteathletinnen und -athleten trainieren im Schnitt rund 1000 Stunden pro Jahr. Das ist für jemanden, der "normal" arbeitet, kaum zu erreichen. Aber ist das der einzige Unterschied? Oder gibt es weitere einfache Möglichkeiten, um die Lücke zu schliessen?
Wir verfolgen und vergleichen uns gerne mit den Besten und sinnieren, was wir noch tun könnten, um unsere Leistung zu optimieren. Die Lösung liegt jedoch häufig gar nicht so weit weg! Natürlich trainiert die Elite viel und auch hart. Doch wenn man den Tagesplan eines Profis mit dem eines „normal” Arbeitstätigen vergleicht, fällt auf, dass der Profi viel weniger Dinge pro Tag angeht. Anstatt zur Arbeit zu pendeln, das Training zwischen zwei Sitzungen zu quetschen und in einer kurzen Mittagspause ein Sandwich hinunterzuwürgen, um am Nachmittag im selben Rhythmus weiterzumachen, fokussiert sich der Profi auf das Wesentliche. Er nimmt sich Zeit für die Vorbereitung seines Trainings, das Training selbst und die anschliessende Erholung. Sein Mittagessen ist reichhaltig und wird nicht selten von einem Nickerchen gefolgt, ehe am Nachmittag eine zweite Trainingseinheit ansteht, die wiederum von einer darauf abgestimmten Mahlzeit gefolgt ist. Bis zum Abendessen bleibt ihm Zeit für Erholung oder administrative Aufgaben.
Anstatt viele Dinge halbherzig zu machen, liegt sein Fokus darauf, in den Trainingseinheiten das Maximum herauszuholen und sich dazwischen so zu erholen, dass er gut genug für die nächste Einheit vorbereitet ist. Als Arbeitstätiger ist das zugegebenermassen schwierig, liegt dein Hauptfokus doch auf der Arbeit. Das Training ist eine willkommene Abwechslung, doch die Erholung fällt meist der Arbeit wieder zum Opfer. Das ist wenig sinnvoll, denn Stress ist für den Körper immer Stress. Das heisst, ob du trainierst oder arbeitest, ist für den Körper irrelevant. Beides ist eine Belastung. Die Erholung bleibt somit auf der Strecke. Und da Training und Erholung zusammengehören, führt dies offensichtlich in eine Sackgasse.
Weniger ist mehr
Dein Ziel sollte es demnach sein, durch gute Organisation dafür zu sorgen, dass du für die wichtigen Dinge möglichst viel Zeit hast und sie in hoher Qualität erledigen kannst. Konzentriere dich auf wenige Dinge und erledige diese dafür richtig.
Wenn du mittags trainieren möchtest, trage einen entsprechenden Termin in deinen Kalender ein, nimm zwei bis drei Stunden vorher eine Zwischenmahlzeit zu dir, damit du genügend Energiereserven für die sportliche Aktivität hast, und fülle danach die Speicher wieder auf, um die Regeneration zu gewährleisten.
Plane zudem deine Zeit für den Arbeitsweg, die Haupt- und Zwischenmahlzeiten sowie die Arbeit ein. Vergiss auf keinen Fall, Zeit für Entspannung, soziale Kontakte und Schlaf einzuplanen, denn diese Dinge sind genauso wichtig wie alle anderen Aufgaben.
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