
Noch ist es nicht so weit und gut möglich, dass man als Flachländer bis Weihnachten gänzlich ohne Schnee auskommen muss. Dennoch gibt es genügend gute Trainingsalternativen, wie man sich als Langläufer auf den Winter vorbereiten kann.

Seit vier Jahren läuft der 26-jährige Bündner im Weltcup mit und nähert sich kontinuierlich der Spitze. Im Sog von Dario Cologna hat er mehrere Top-Resultate erzielt und startete in den vergangenen Jahren für die Schweiz an den Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen.
Im Weltcup dominieren aktuell die Norwegerinnen und Norweger. Was macht diese Skandinavier so stark und wie kann die Lücke geschlossen werden?
Die Skandinavier haben ein extrem grosses Reservoir an Langläufern. Ist einer ausser Form, springt der nächste in die Bresche. Zudem trainieren die Norweger sehr hart und pushen sich gegenseitig zu Höchstleistungen. Weiter arbeiten sie viel mit Techniktraining auf dem Laufband. Da haben wir sicherlich noch Potential.
Die Sportart Langlauf entwickelt sich Jahr für Jahr. Insbesondere im klassischen Stil wird teils nur noch gestossen und die Skier nicht mehr mit Steigwachs präpariert, sondern mit Skating-Skiern gelaufen. Welchen Einfluss hat diese Veränderung auf das (Sommer-)Training? Was muss jetzt anders gemacht werden als beispielsweise vor 5-6 Jahren?
Die Athleten werden immer stärker. Die Sportart entwickelt sich dadurch immer mehr zu einer Kraftausdauersportart wie beispielsweise Rudern. Im alltäglichen Training wird viel mehr im Kraftbereich gearbeitet und auch auf den Rollski wird mehr Doppelstocktraining gemacht. Ich finde diese Entwicklung sehr schade, denn die klassische Technik ist sehr elegant und traditionell. Die Jury muss härter durchgreifen und die Streckenprofile müssen angepasst werden, respektive steilere Aufstiege integriert werden.
Langläufer sind bekannt dafür, dass sie sehr viel trainieren. Kannst du uns einen Überblick geben, wie viele Stunden du durchschnittlich pro Woche in welchen Trainingsphasen (Aufbauphase, Wettkampfphase, Übergangsphase) trainierst, wie viel du davon auf den Skiern stehst, auf dem Rad sitzt, mit den Rollskiern unterwegs bist und im Kraftraum schwitzt?
Ein guter Langläufer wird im Sommer gemacht, heisst es immer so schön. Aber das stimmt auch so. Die Sommermonate sind die trainingsintensivsten Monate. So werden bis zu 100 Stunden pro Monat trainiert. Eine durchschnittliche Trainingswoche beinhaltet zwischen 16-25 Trainingsstunden. Im Sommer macht das Rollskitraining etwa 50% aus, aufgeteilt auf beide Techniken. Die restlichen Stunden sind Mountainbike, Joggen, Skigang, Rennvelo uvm. Im Sommer werden 2-3 Krafteinheiten pro Woche absolviert, im Winter 1-2. In der Vorwettkampfphase wird das Volumen reduziert und die Intensität gesteigert, damit man mit vollen Batterien und frisch in die Saison starten kann. Durch die vielen Wettkämpfe und die Reiserei werden im Winter nicht mehr so viele Stunden trainiert. Es gilt, die Form zu konservieren und Kräfte zu sparen, welche für die Wettkämpfe gebraucht werden. Der Erholung wird mehr Beachtung geschenkt.
Was sind deine Tipps für all jene, die dieses Jahr erfolgreich an einem Langlaufrennen starten wollen? Kannst du uns 3 Tipps für die Vorbereitung und 3 Tipps für das Rennen geben?
Meine Tipps für die Vorbereitung
Meine Tipps für den Wettkampf

Noch ist es nicht so weit und gut möglich, dass man als Flachländer bis Weihnachten gänzlich ohne Schnee auskommen muss. Dennoch gibt es genügend gute Trainingsalternativen, wie man sich als Langläufer auf den Winter vorbereiten kann.