
Wöchentlich veröffentlichen wir an dieser Stelle ein Interview mit einer spannenden Persönlichkeit. Heute mit Julien Lyon, erfolgreicher Marathonläufer und EM-Gold-Medaillengewinner Team 2016.

Während vielen Jahren war Viktor Röthlin der grosse Marathonläufer der Schweiz, ja sogar Europas! Nach seinem Rücktritt 2014 ist der Familienvater immer noch in der Laufszene unterwegs. Er bewegt mit seiner Firma VIKMOTION Läuferinnen und Läufer in Ferienwochen und Laufkursen, macht betriebliches Gesundheitsmanagement bei Unternehmen und organisiert mit dem SWITZERLAND MARATHON light den schnellsten Halbmarathon der Schweiz.
Wo siehst du Parallelen zwischen deiner jetzigen beruflichen Herausforderung und deinem damaligen Job als Sportler in Bezug auf Beanspruchung, Druck, Verantwortung, Zuverlässigkeit, Zeitmanagement, etc.?
Da ich immer noch als Selbständigerwerbender unterwegs bin, sehe ich sehr viele Parallelen: Niemand schreibt mir vor, wann ich was machen muss. Das war im Sport so und ist jetzt nicht anders. Am Ende muss ich für das Resultat geradestehen.
Als Spitzensportler ist man sehr effizient denkend. Jetzt bin ich häufig mit Leerläufen konfrontiert. Daran musste ich mich zuerst gewöhnen.
Was würdest du anders machen, wenn du das Rad der Zeit zurückdrehen könntest?
Grundsätzlich bin ich sehr happy und dankbar, was ich erleben durfte. Wenn ich nochmals ganz am Anfang stehen würde, würde ich die Unterdistanzfähigkeit noch etwas mehr ausreizen. Ich bin überzeugt, das hätte mich schlussendlich auch über die Marathondistanz nochmals schneller gemacht.
Was ist bei dir während einem Rennen jeweils im Kopf abgelaufen? Wie hast du auf aufkommende negative Gedanken reagiert? Hast du dich jeweils auch mit mentalem Training auf deine Rennen vorbereitet?
Ich habe nie mit einem Mentalcoach zusammengearbeitet. Aber es ist klar, dass dieser Bereich sehr wichtig ist, und ich mir selber Strategien und Konzepte zurecht gelegt habe. Ich bin der Meinung, dass in diesem Bereich eine meiner grössten Stärke lag: Ich war stets fähig, die hundert Gründe fürs Aufgeben oder eine Reduzierung des Tempos, die mir während dem Rennen auf dem Silbertablett präsentiert wurden, abzulehnen. Nie war ich zufrieden mit dem, was ich erreichte. Ich strebte vielmehr stets nach einer weiteren Verbesserung.
Welches sind deine wichtigsten drei Tipps für ein erfolgreiches Marathontraining?
Als Veranstalter lernst du nun auch die «andere» Seite kennen. Wo liegen die Herausforderungen der Veranstalter in der heutigen Zeit? Und aus welchen Gründen sollen Läuferinnen und Läufer am SWITZERLAND MARATHON light starten?
Die Herausforderung besteht in der momentanen Wirtschaftslage darin, Sponsoren zu finden, die aus Überzeugung heraus in den Laufsport investieren. Möchte man eine Laufveranstaltung nur durch Startgelder finanzieren, müsste man dieses um das Vier- bis Fünffache erhöhen. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil die Laufkundschaft verwöhnt ist und vieles als selbstverständlich betrachtet.
Und warum solle man zu meinem Lauf kommen? Ganz einfach: Der Lauf entlang und rund um den Sarnersee ist in einer unglaublich schönen Landschaft eingebettet. Darum spricht man in der Szene schon jetzt vom schönsten Halbmarathon der Schweiz! Der Event findet auf dem Land statt, was dazu führt, dass die Zuschauer an die Strecke kommen und mit viel Herzblut und Herzlichkeit die Teilnehmenden anfeuern. Dieses Erlebnis geht unter die Haut und wirkt extrem motivierend.

Wöchentlich veröffentlichen wir an dieser Stelle ein Interview mit einer spannenden Persönlichkeit. Heute mit Julien Lyon, erfolgreicher Marathonläufer und EM-Gold-Medaillengewinner Team 2016.

Nicht selten scheitern auch gut trainierte Läuferinnen und Läufer an ihrem grossen Ziel Marathon, weil sie einige Details nicht beachtet haben. Tipps, wie du den Marathon vorbereitest und optimal schaffst.