Mo., 21. Mai 2018Interview mit Thomas Litscher
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Etwas überraschend fuhr Thomas Litscher Ende letzten Jahres bei den Weltmeisterschaften auf das Podium. Geschlagen geben musste sich der ehemalige U23 Weltmeister nur Nino Schurter und Jaroslav Kulhavý.

Im Frühling musstest du dich einer Operation an der Hüfte unterziehen. Wie ist es dazu gekommen und wie hat dein Trainingsalltag auf dem Weg zurück ausgesehen?

Die Beschwerden haben mich während den letzten 4-5 Jahren permanent begleitet. Irgendwann ging es nicht mehr und ich musste unters Messer. Nach der Operation ging ich während zwei Wochen an den Stöcken und habe eine Trainingspause gemacht, wobei bereits in der zweiten Woche täglich Therapien folgten, um die Heilung voranzutreiben.

Ab Tag 15 ging ich wieder aufs Rad und nutzte während zwei Wochen im Rahmen eines militärischen Wiederholungskurses die Reha-Möglichkeiten in Magglingen. Unter der permanenten Aufsicht von Physios und Ärzten konnte ich sehr früh wieder ins Training einsteigen und mich mit dem Comeback befassen. 

So bin ich zuversichtlich, dass es einen erfolgreichen Sommer und Herbst geben wird!

Trotz deines dritten Ranges an den Weltmeisterschaften hast du im letzten Herbst deine Sponsoren selber suchen müssen. Wie geht man um mit dieser Situation und dem Druck? Welche Tipps hast du allenfalls für Hobbysportler auf Lager, die vor ihrem Rennen ebenfalls mit Nervosität zu kämpfen haben?

Im Prinzip ist es eine kurze und absehbare Phase, während der man sich um neue Sponsoren kümmern kann. Sobald die neue Saison in Angriff genommen wird, muss der Fokus voll und ganz aufs Training und die Rennen gerichtet werden können. Umso dankbarer bin ich um die Unterstützung durch mein Team jb Brunex® Felt Team.

Druck macht man sich in der Regel selber. Jeder kann selber entscheiden, ob er Spass haben will, oder ob er sich unter Druck setzt. Dieses Jahr ist bedingt durch die OP auch für mich eine grosse Herausforderung. Ich habe aber Erfahrung mit Verletzungen und bin mir Ups und Downs gewöhnt. Wichtig ist, dass man stets den IST-Zustand akzeptiert und nach vorne schaut. Nachtrauern hilft nicht.

Meine Tipps für den Umgang mit Druck und Nervosität: Vertraut in die eigenen Stärken und auf das, was im Training möglich war. Versucht locker zu sein und euch nicht verunsichern zu lassen, wenn sich die Beine zum Beispiel vor dem Start schon schwer anfühlen.

Welches sind in deinen Augen die wichtigsten Punkte, die zum Erfolg führen?

Selbstdisziplin: Jeder ist für sich selber verantwortlich. Wer professionell arbeitet und die Zeit, die zur Verfügung steht, optimal nutzt, ist erfolgreich.
Team, Material, Umfeld: Obwohl es sich beim Biken um einen Einzelsport handelt, ist man von einem Team und starken Umfeld abhängig.
Einstellung: Wer sich locker und positiv den Herausforderungen stellt, schwingt obenaus.
Qualität nicht Quantität: Erfolg führt über gezieltes Training.

Viele Mountainbiker haben sich dieses Jahr für ein Rennen angemeldet. Welches sind deine drei Tipps für die Vorbereitung und für das Rennen?

Tipps vor dem Rennen:

  • Achte darauf, dass du möglichst erholt ans Rennen gehst
  • Ernähre dich gut und fülle deine Speicher
  • Checke dein Material, damit alles gut läuft und das Vertrauen da ist

Tipps für das Rennen:

  • Konzentriere dich auf dich selber (Atmung, Körper)
  • Vertraue auf die eigenen Stärken und lass dich nicht verunsichern lassen, wenn es kurzfristig mal nicht ganz rund läuft
  • Sei möglichst entspannt und mit Spass dabei und hole so das Maximum heraus

Gibt es einen Geheimtipp, den du uns preisgeben kannst?

Es gibt viel Wischiwaschi auf dem Markt. Im Hinblick auf einen Wettkampf sollte man darauf achten, dass man mit einem richtig guten Produkt wie zum Beispiel Winforce unterwegs ist und damit eine Steigerung der Leistungsfähigkeit erfährt.
 


Foto: ZVG

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