
Die frühesten Vorfahren des Menschen lebten vor ein paar Millionen Jahren auf der Erde. Die Zufuhr an Kohlenhydraten war damals eher bescheiden und stieg erst mit dem Aufkommen der Landwirtschaft vor gut 10'000 Jahren an. Was bedeutet dies für uns?

Extreme High-Fat-Diäten bzw. Low-Carb-Strategien erleben in Sportlerkreisen Hochkonjunktur. Das rückt auch Ketonkörper in den Fokus.
Bei Ausdauerleistungen fokussierte sich die Forschung lange vor allem auf die Energiebereitstellung und auf die Verfügbarkeit von Kohlenhydraten. Später forschte man zur Verbesserung der Fettoxidation und der Zufuhr von Fettsäuren als alternative Energiequelle, um die Glykogenspeicher zu schonen.
Ein weiterer Energielieferant sind Ketonkörper. Sie entstehen im Körper bei einer extremen Restriktion der Kohlenhydratzufuhr (weniger als 50 Gramm Kohlenhydrate pro Tag) und dienen der Hirn und Skelettmuskulatur als Energiequelle. Wenig verwunderlich daher, dass viele Athleten und Trainer daraus die Strategie ableiten, Ketonkörper als zusätzliche Energielieferanten einzusetzen. Und ebenso logisch, dass aufgrund der potenziell positiven Effekte die Sportnahrungsindustrie die Ketonkörper entdeckt hat und eine Vielzahl von Produkten anbietet, mit denen man dem Körper Ketonkörper von aussen zuführen kann.
Grund genug für die Swiss Sports Nutrition Society (www.ssns.ch), die aktuellsten Forschungsergebnisse unter die Lupe zu nehmen und die bisherigen Erkenntnisse zu häufig diskutierten Punkten wie folgt zusammenzufassen:
Fazit: Ketonkörper scheinen die Fähigkeit zu besitzen, unseren Energiemetabolismus und den Substratverbrauch zu beeinflussen. Ob dieser Effekt unter Belastung auch tatsächlich Glykogen sparen lässt und ob sich dadurch die sportliche Leistung verbessert oder im hochintensiven Bereich sogar verschlechtert, scheint noch nicht geklärt zu sein. Die spärliche Anzahl an wissenschaftlichen Studien ist zu wenig aussagekräftig und zu gering in der Zahl, um den Einsatz von Ketonkörpern als Supplement zu empfehlen.
Für wen eine kohlenhydratreduzierte Ernährung in der Praxis sinnvoll sein kann, liest du hier.

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