Nadja Kälin im Datasport-Check

4. March 2026

Foto: Roman Schaad

Noch nie zuvor hat eine Schweizer Langläuferin eine olympische Einzelmedaille gewonnen. Nadja Kälin schaffte dieses Kunststück bei den Olympischen Spielen in Mailand/Cortina über 50 Kilometer. Damit aber nicht genug! An der Seite von Nadine Fähndrich erreichte sie im Team-Sprint die Silbermedaille und im Skiathlon den vierten Platz. Die 25-jährige Engadinerin ist damit die erfolgreichste Schweizer Distanzläuferin aller Zeiten.

50 km Olympische Spiele Milano/Cortina 

Die Spiele waren speziell, weil wir schon viele Male vor Ort gewesen waren und sowohl die Strecke als auch das Hotel von der Tour de Ski her kannten. Etwas mehr Neuland war für mich hingegen das Rennen über 50 Kilometer. Es war erst das vierte Mal, dass ich wettkampfmässig über diese Distanz gelaufen bin. Da wir nicht häufig über diese Distanz laufen, weiss man nicht genau, wie der Körper auf die Belastung reagiert. Aus diesem Grund bin ich das Rennen eher konservativ angegangen und habe meine Kräfte haushälterisch eingesetzt.

Der Schlüssel zum Erfolg

Auch wenn es nicht gut läuft, sollte man immer dranbleiben und darauf vertrauen, dass sich das Training irgendwann auszahlt.

Technik

Die Technik spielt in unserem Training eine grosse Rolle, denn je ökonomischer man läuft, desto mehr Energie hat man gegen Ende des Rennens.

Klaebo-Schritt

Ich habe nicht speziell für diesen Schlussanstieg diesen Sprintstil trainiert. Aber wir haben in der Vorbereitung immer wieder mit dieser ihm typischen hohen Kadenz für Sprints trainiert, weil sie sich ganz allgemein durchgesetzt hat.

Trainingsphilosophie

Ich trainiere nun schon seit einigen Jahren auf hohem Niveau und weiss, was bei mir funktioniert und was nicht. Trotzdem bin ich stets offen dafür, neue Dinge auszuprobieren. Grundsätzlich vertrage ich relativ viel Training, achte jedoch darauf, mir immer wieder genug Zeit zur Erholung zu gönnen.

Material

Das Material spielt eine grosse Rolle. Jedes Detail kann über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Ich habe aber grosses Vertrauen in unser Service-Team und meinen Service-Mann und versuche, mir vor dem Rennen nicht zu viele Gedanken zu machen, da es schlicht nicht in meinem Einflussbereich liegt.

Meine Stärke 

Mein Durchhaltewillen. Er hilft mir, dranzubleiben, auch wenn es mal nicht so gut läuft.

Meine Schwäche 

Meine Nervosität. Ich versuche, sie positiv anzunehmen, denn sie zeigt mir, dass ich bereit für das Rennen bin.

Klassisch oder Skating?

Lieber klassisch. Ich liebe diese Technik. Vor allem, wenn die Spur langsam ist, bin ich lieber in der klassischen als in der Skating-Technik unterwegs.

Intensitätssteuerung

Ich trainiere nach Gefühl, nutze die Pulsuhr aber zur Kontrolle.

Geheimtipp 

Mit der richtigen Verpflegung vor und während des Rennens lässt sich viel herausholen. Sie ist zwar sehr zuckerhaltig und vielleicht nicht besonders gesund, kann im richtigen Moment eingesetzt aber einen grossen Unterschied machen.