
Tapering ist die wohl paradoxeste, aber effektivste Phase: Du trainierst weniger und dein Körper wird stärker.

Beim Stichwort Dehnen denkt man spontan an verschiedenste Methoden – vom dynamischen Wippen bis hin zum statischen Stretching. Die Welt der Dehntechniken ist voller Trends und Meinungen. Doch welche Methode vermag es tatsächlich, einen verkürzten Muskel dauerhaft zu verlängern?
Wenn sich ein Muskel zusammenzieht, schieben sich seine kleinsten Bausteine, die Sarkomere, ineinander. In jedem Sarkomer sind zwei Eiweissfäden, Aktin und Myosin, die wie kleine Haken aneinander greifen. Durch eine Bewegung der Myosinköpfchen werden die Fäden zusammengezogen, und so verkürzt sich der Muskel.
Wird der Muskel nun langsam gedehnt, also auseinandergezogen, passiert etwas Ähnliches, aber umgekehrt: Die Myosinköpfchen halten zwar noch am Aktin fest, aber sie bremsen jetzt das Auseinanderziehen ab.
Dieses langsame Nachgeben wird als exzentrisches Bewegen bezeichnet. Es ist für den Muskel anspruchsvoller, weil er dabei «bremst». Typisch ist das zum Beispiel, wenn Sie einen schweren Gegenstand langsam auf den Boden ablassen – das fällt leichter, als ihn hochzuheben. Ein anders Beispiel sind Bizeps Curl mit einer Hantel. Das Anheben des Gewichts ist konzentrisch, das langsame Absenken des Gewichts ist exzentrisch. Genau das ist der Unterschied zwischen dem aktiven Zusammenziehen (Konzentrik) und dem kontrollierten Nachgeben (Exzentrik) eines Muskels.
Ein verspannter Muskel ist vereinfacht gesagt zu stark zusammengezogen – die kleinen Bausteine im Muskel liegen zu dicht aneinander. Hier hilft klassisches Dehnen, Wärme oder lockere Bewegung, um die Spannung zu lösen.
Ein verkürzter Muskel dagegen ist wirklich zu kurz, weil er zu wenig Bausteine in der Länge hat. Normales Dehnen reicht dann nicht aus. Exzentrisches Dehnen, also das langsame Nachgeben und Strecken unter Spannung, ist dafür die richtige Methode.
Das Bremsen unter Spannung bis zum Ende der Bewegung löst beim exzentrischen Dehnen eine Wachstumsreaktion im Muskel aus. Da der Körper wahrnimmt, dass es gegen Ende der Bewegung zu wenig Kraft gibt, ist die langfristige Lösung der Einbau neuer Muskelzellen. So kann der Muskel auch gegen Ende der Bewegung wieder kraftvoll arbeiten. Damit der Körper aber von diesem Reiz profitieren kann, muss zwingend mit grossem Hebel oder Gewicht gearbeitet werden. Die folgenden drei Übungen können 2-3 Mal pro Woche gemacht werden:
Ziel: Verlängern der Hamstrings
So geht’s:
Aufgepasst:
Dosierung: 2 Serien à 20 Wiederholungen pro Seite
Variante: Statt mit gestreckten Armen kann die Übung auch mit einer Langhantelstange über den Schultern mit wenig Gewicht ausgeführt werden.
Ziel: Verlängern der Hüftbeuger und der Kniestrecker
So geht’s:
Aufgepasst:
Dosierung: 2 Serien à 20 Wiederholungen pro Seite.
Variante: Mit je einer Hantel in den Händen kann die Übung intensiviert werden.
Ziel: Verlängern der Brustmuskulatur
So geht’s:
Aufgepasst:
Dosierung: 2 Serien à 20 Wiederholungen pro Seite.

Tapering ist die wohl paradoxeste, aber effektivste Phase: Du trainierst weniger und dein Körper wird stärker.

Der Zwillingswaden- und der Schollenmuskel spielen eine zentrale Rolle für den Vortrieb, die Effizienz und somit für schnelle Zeiten.

Viele Läufer:innen laufen zu oft im mittleren Bereich – nicht locker genug, nicht intensiv genug. Das 80:20-Prinzip von Stephen Seiler setzt genau hier an: 80 % locker trainieren, 20 % hart. So verbessert sich die Ausdauer, das Risiko für Überlastung sinkt – und die harten Einheiten zeigen ihre volle Wirkung.